Vorstellungsgespräch
3. Während des Gesprächs
Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation
Ihre allgemeine Erscheinung ist wesentlich:
- Achten Sie auf Ihre Kleidung.
- Achten Sie auch auf Ihren Händedruck (fest, herzlich, aber nicht übertrieben, zerdrücken Sie die Hand Ihres Gegenübers nicht).
- Ihr Blick soll klar und offen sein. (Schauen Sie dem Personalverantwortlichen in die Augen. Suchen Sie Kontakt zu ihm. Wenn Sie sich genieren, gibt es einen Trick: Schauen Sie auf seine Augenbrauen oder die Mitte zwischen den Augenbrauen.)
Ihr Benehmen ist wesentlich. Dazu gehört:
- Pünktlichkeit
- Ihre Haltung
Achten Sie auf Ihre Bewegungen:
- Kreuzen Sie nicht Arme und Beine gleichzeitig: Zeichen von Verschlossenheit dem anderen gegenüber oder von Widerstreben.
- Nehmen Sie eine asymetrische Haltung ein ( die obere Körperpartie in einer anderen Position als die untere: Zeichen einer aktiven und dynamischen Persönlichkeit ) und wechseln sie die Haltung im Laufe des Gesprächs.
- Halten Sie Ihre Hände unter Kontrolle: nicht überkreuzen, nehmen Sie sie immer wieder auseinander, nicht mit dem Ehering spielen. Begleiten Sie Ihre -usserungen auf eine natürliche Art mit den Händen.
- Halten Sie den Kopf gerade.
- Dringen Sie nicht in die persönliche Aura Ihres Gesprächspartners ein. Neigen Sie sich nicht über sein Pult, stossen Sie seine Unterlagen nicht weg, um Ihre hinzulegen, setzten Sie sich nicht auf seinen Stuhl.
- Zuhören
Einige Kandidaten sind dermassen mit dem beschäftigt, was sie sagen wollen, dass sie nicht aufmerksam genug zuhören. Sie müssen nachfragen oder geben falsche Antworten, was einen schlechten Eindruck hinterlässt. - Höflichkeit
Behandeln Sie die Sekretärin oder die Empfangsdame freundlich. Nehmen Sie keine Broschüren, ohne vorher zu fragen. Kritisieren Sie nie Ihre ehemaligen Arbeitgeber, auch wenn Sie sehr verärgert über sie sind; zeigen Sie eine gewisse Distanz gegenüber der Vergangenheit. Wenn ein Misserfolg zur Sprache kommt, zeigen Sie, was Sie daraus gelernt haben. - Ihr Lächeln
Geben Sie sich verbindlich und offen. Selbst wenn Sie grosse Schwierigkeiten haben, lassen Sie sich nichts anmerken.
Die Bedeutung der verbalen Kommunikation
Die heiklen Fragen:
Fragen über Ihr Alter:
- "Sie sind zu jung für die Stelle."
Antworten Sie mit Humor, dass der Wert nicht mit dem Alter komme und fügen Sie an, was Sie zu bieten haben: Ihre Dynamik, Kraft, Ihren Wissensdurst. - "Sie sind zu alt."
Fragen Sie, welches Problem dies dem Unternehmen verursache und argumentieren Sie Punkt für Punkt:- Lohn zu hoch? - Sie sind einverstanden, tiefer anzufangen.
- Nicht mehr willens genug? - Sie sind kooperativ und waren es schon immer. Geben Sie ein Beispiel.
- Nicht mehr flexibel genug. - Sie haben Lust, Neues zu lernen. Zudem sind Sie mit den neuesten Methoden und Technologien in Ihrem Beruf vertraut.
- Fragen zu Ihrer familiären Situation
("Sind Sie bereit zu reisen?" - "Wann wurden Sie geschieden?" - "Wie alt sind Ihre Kinder?") - Zeigen Sie sich nicht entrüstet. Sagen Sie, dass Sie verstehen, warum die Frage gestellt wird, aber dass Sie die Situation völlig im Griff haben. Ihr Ehepartner versteht sehr gut, dass Sie oft reisen müssen; die Erziehung der Kinder ist geregelt und auch für Unvorhergesehenes ist gesorgt; Ihre Scheidung ist schon lange her und verarbeitet. - Nun sind Sie dran mit Fragen
Lernen Sie, wie Sie Ihren Gesprächspartner zum Sprechen bringen. Erwähnen Sie die Probleme des Unternehmens und der entsprechenden Abteilung oder Stelle. Zeigen Sie auf, wie Sie sie lösen können : durch Ihre Erfahrung (führen Sie Ihre Erfolge an) und Ihre Persönlichkeit. Bemühen Sie sich, die Firmenkultur zu erkennen : Welches sind die Werte, die das Unternehmen unterstützt und die vom Kader, dem privilegierten Bindeglied zum übrigen Personal, geteilt werden. Vermeiden Sie Fragen zum Thema Ferien, Arbeitszeiten, vom Unternehmen angebotene Privilegien. Dies könnte als Kleinlichkeit oder Engstirnigkeit interpretiert werden und falsch ankommen, wobei alles eine Frage des Ausmasses ist.
Die verbotenen Fragen:
Kandidaten fragen sich oft, wie weit der Personalverantwortliche mit seinen Fragen gehen darf und ob es Fragen gibt, die nicht gestellt werden sollten. Ja, es gibt solche Fragen.
Gemäss Art. 3 des Bundesgesetzes über den Datenschutz sind "besonders schützenswerte Personendaten: Daten über:
- die religiösen, weltanschaulichen, politischen oder gewerkschaftlichen Ansichten oder Tätigkeiten,
- die Gesundheit, die Intimsphäre oder die Rassenzugehörigkeit,
- Massnahmen der sozialen Hilfe,
- administrative oder strafrechtliche Verfolgungen und Sanktionen." Der Arbeitgeber darf nur Fragen stellen, die einen Zusammenhang mit der Arbeitsleistung haben.
Einschätzung des Gegenüber
Erkennen sie, zu welcher Art Personalverantwortlicher Ihr Gesprächspartner gehört
Es gibt verschiedene Typen:
-
der autoritäre Typ:
der das Gespräch in einem trockenen Ton führt, direkte Fragen stellt (auf die Sie mit ja oder nein antworten).
Empfehlung:
Seien Sie kurz, präzis, konkret. Fragen Sie ihn ruhig, ob er noch weitere Auskünfte benötige... -
der nicht-autoritäre Typ:
der Sie auffordert: "Erzählen Sie mir von sich" oder etwa sagt: "Lassen Sie hören."
Empfehlung: _bernehmen Sie die Initiative und präsentieren Sie das Wichtigste. -
der halb-autoritäre Typ:
der abwechselt zwischen Aufforderungen zum Sprechen und direkten Fragen. Er pflegt einen relativ herzlichen Stil und versucht, Sie zu entspannen.
Empfehlung: Führen sie zeitweise das Gespräch.
Verschiedenen Arten von Vorstellungsgesprächen
Die verschiedenen Arten von Vorstellungsgesprächen
- einfach: im Büro des Personalverantwortlichen
- umherziehend: An verschiedenen Stellen im Betrieb; das erste Gespräch findet in der Personalabteilung statt, das zweite in der Abteilung der zu besetzenden Stelle, das dritte im Büro des Generaldirektors ( in dieser oder einer anderen Reihenfolge ). Empfehlung: Spüren Sie das Befinden des Unternehmens, schauen Sie sich um, nehmen Sie Informationen auf, merken Sie sich die Personen, mit denen Sie zu tun haben.
- wechselnde Gesprächspartner: Drei oder vier Personen sprechen mit Ihnen, aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander; sie folgen sich in einem gewissen Abstand: Personalchef, direkter Vorgesetzter, Generaldirektor, zukünftiger Teamkollege (eventuell). Empfehlung: Bleiben Sie konzentriert und passen Sie sich flexibel dem jeweiligen Gesprächspartner an.
- verhörmässig: Sie befinden sich 4 bis 5 Personen aus der Firma gegenüber. Bleiben Sie ruhig und behalten Sie kühlen Kopf. Wenden Sie sich vor allem an die Person, die Sie etwas gefragt hat, aber suchen Sie den Kontakt auch zu den übrigen (mit dem Blick oder indem Sie eine Frage stellen). Versuchen Sie, ihre jeweilige Stellung im Betrieb zu erkennen.
Sie befinden sich am runden Tisch
Einige Firmen bevorzugen das Gruppengespräch. Dieses ersetzt das Einzelgespräch nicht, dient aber zum Aussortieren der besten Kandidaten. Beispiel: Stelle eines Verkäufers. Am gleichen Tag werden zur gleichen Zeit 5 bis 6 Kandidaten eingeladen. Zuerst wird der ganzen Gruppe die Firma vorgestellt, dann ein Fallbeispiel geschildert: ein Verkaufsproblem, das von der Gruppe gelöst werden soll. Es ist nicht so wichtig, was Sie sagen, aber wie sie es sagen, denn die ganze Gruppe wird bei Ihrer Aktion durch eine oder mehrere Personen, meist sind es zwei (Leiter und Sachbearbeiter ), beobachtet. Empfehlung: Machen Sie sich als Führer bemerkbar, aber nicht ein Führer der autoritären, sondern der kooperativen Art. Lassen Sie auch die anderen zum Zug kommen, spielen Sie die Rolle des Gesprächsleiters und organisieren Sie den Ablauf der Diskussion, achten Sie darauf, dass die Zeit eingehalten und das Ziel erfüllt wird. Sie sollten keine Aufregung zeigen ( Achtung auf das Scharren mit den Füssen oder dauerndes Klicken mit dem Kugelschreiber).
Ein guter Job lässt sich aushandeln
Die 5 Verhandlungspunkte für einen Job sind die folgenden:
- Aufgabenstellung: Gefallen Ihnen Aufgaben und Ziele der Stelle?
- Weiterbildung: Was bietet Ihnen die Firma?
- Umfeld: Wo befindet sich Ihre Stelle im Organigramm?
- Aufstiegsmöglichkeiten: Ist die Stelle entwicklungsfähig, in welche Richtung?
- Lohn: Sie haben noch nicht darüber gesprochen, weil Sie es im Brief nicht erwähnt haben, aber Sie haben sich sorgfältig vorbereitet. Diese Zahl muss mit Vorsicht bestimmt werden: Wenn Sie zu tief liegen, wird man annehmen, Sie kennen Ihren Wert nicht oder sind nicht sehr selbstsicher; zu hoch, Sie sind zu sehr von sich eingenommen. Finden Sie das richtige Mittelmass. Begründen Sie Ihre Forderungen: Erfahrung, besondere Beziehungen, vorzuweisende Leistungen, besondere Fähigkeiten (z.B. können Sie Russisch oder Japanisch).
Den richtigen Betrag finden Sie:
- durch die Wirtschafts- und Finanzpresse, die Kadersaläre veröffentlicht
- bei Berufsverbänden, Studentenverbindungen
- im Gespräch mit Verwandten und Bekannten
Empfehlung :
- Sprechen Sie über einen Bruttojahreslohn
- Ziehen Sie die übrigen Leistungen in Betracht (Firmenfahrzeug, Parkplatz)
- Lassen Sie sich die Zahlen geben für finanzielle Vergünstigungen (Aktienkauf zu reduziertem Preis, Beteiligung am Vorsorgefonds).
